Am 9. Oktober 2026 hat die Europäische Union Vietnam offiziell von ihrer „schwarzen Liste“ nicht kooperativer Steuergebiete gestrichen. Vietnam war ursprünglich im Februar 2026 in diese Liste aufgenommen worden. Die schnelle Streichung und die Überführung Vietnams in die sogenannte „Grey List“ (Anhang II) zeigen, dass Vietnam aktiv daran arbeitet, internationale Steuerstandards zu erfüllen.
Erleichterungen für deutsche Investoren
Für deutsche Unternehmen bedeutet diese Entwicklung eine erhebliche Entlastung im Hinblick auf das deutsche Steueroasen-Abwehrgesetz (StAbwG). Dieses Gesetz sieht weitreichende steuerliche Maßnahmen für Geschäftsbeziehungen mit Ländern vor, die auf der EU-Liste nicht kooperativer Steuergebiete stehen. Da Vietnam lediglich acht Monate auf der schwarzen Liste stand, konnten deutsche Investoren die schwerwiegendsten steuerlichen Konsequenzen vermeiden. Insbesondere drohen ihnen keine strengeren zusätzlichen Besteuerungsmaßnahmen, keine neue Quellensteuer von 15 % und kein Verlust des Rechts, reguläre Betriebsausgaben steuerlich abzuziehen.
Vorteile für europäische Unternehmen
Für europäische Unternehmen insgesamt erleichtert diese Änderung die Geschäftstätigkeit in Vietnam und erhöht die Planungssicherheit. Unternehmen, die in Vietnam produzieren, Materialien beschaffen oder Lieferketten steuern, müssen nicht mit unerwarteten zusätzlichen Steuerbelastungen oder erheblichem administrativem Mehraufwand rechnen. Dies trägt dazu bei, die Effizienz und Rentabilität europäischer Geschäftstätigkeiten in Vietnam zu erhalten.
Vietnams zunehmende internationale Reputation
Die schnelle Lösung dieser Angelegenheit zeigt, dass Vietnam die Einführung fairer und transparenter Steuerregelungen ernst nimmt. Indem Vietnam die Bedenken der EU innerhalb kurzer Zeit aufgegriffen hat, unterstreicht das Land seine Rolle als verlässlicher Partner und seine Bereitschaft, internationale Standards einzuhalten.
Was Unternehmen jetzt tun sollten
Europäische Unternehmen können ihre Geschäftstätigkeit in Vietnam nun mit größerer Planungssicherheit ausbauen, neue Produktionsstätten errichten und weitere Investitionen tätigen. Unternehmen, die zwischen Februar und Oktober 2026 besondere vorsorgliche steuerliche Maßnahmen eingeführt haben, sollten diese gemeinsam mit ihren Steuer- und Rechtsberatern überprüfen und gegebenenfalls anpassen.
Gleichzeitig müssen Unternehmen weiterhin eine sorgfältige und vollständige Dokumentation sämtlicher grenzüberschreitender Geschäftsvorgänge und Zahlungen sicherstellen.
Was weiterhin zu beachten ist
Die Aufnahme Vietnams in die „Grey List“ bedeutet, dass die EU die weiteren Fortschritte Vietnams weiterhin beobachtet. Dieser Schritt ist ein positives Signal, bedeutet jedoch keine vollständige Entwarnung. Unternehmen müssen daher weiterhin sämtliche geltenden steuerlichen Erklärungs-, Dokumentations-, Berichts- und Verrechnungspreisvorschriften sorgfältig einhalten.
Die Perspektive von Duane Morris Vietnam
Wir bei Duane Morris Vietnam begrüßen diese Entwicklung ausdrücklich. Sie bestätigt erneut, dass Vietnam langfristig ein äußerst attraktiver Standort für europäische Investitionen ist. Für deutsche und andere europäische Unternehmen, die einen sicheren und wettbewerbsfähigen Standort für den Auf- und Ausbau ihrer Lieferketten in Asien suchen, zeigt Vietnams schnelle Reaktion, dass die Regierung großen Wert auf ein stabiles, transparentes und investitionsfreundliches Geschäftsumfeld legt.
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Für weitere Informationen zu den oben genannten Themen wenden Sie sich bitte an den Autor, Dr. Oliver Massmann, unter [email protected]. Dr. Oliver Massmann ist General Director von Duane Morris Vietnam LLC.
