Vietnam hat einen der wichtigsten Meilensteine in der Entwicklung seiner Kapitalmärkte erreicht.
Mit Wirkung zur Markteröffnung am 21. September 2026 hat FTSE Russell Vietnam vom Status eines Frontier Market (Grenzmarkt) zum Secondary Emerging Market (sekundären Schwellenmarkt) hochgestuft.
Dies ist weit mehr als nur eine Änderung der Terminologie.
Sie verändert die Stellung Vietnams innerhalb der Architektur internationaler institutioneller Investitionen.
Vietnamische Aktien kommen nun für die Aufnahme in die FTSE Global Equity Index Series (GEIS) infrage, einschließlich bedeutender Benchmarks wie des FTSE Emerging Market Index, des FTSE All-World Index und des FTSE Global All Cap Index.
FTSE Russell bestätigte, dass Vietnam inzwischen sämtliche Kriterien für den Status eines Secondary Emerging Market erfüllt. Dies ist das Ergebnis umfassender Reformen der Marktinfrastruktur sowie einer verbesserten Zugänglichkeit für ausländische Investoren, darunter die Einführung eines Modells ohne Vorfinanzierung (Non-Prefundung-Modell) für ausländische institutionelle Investoren sowie eines formellen Mechanismus zur Abwicklung fehlgeschlagener Transaktionen.
Für Vietnam stellt dies einen historischen Erfolg dar.
Für ausländische Investoren beginnt jedoch nun die wichtigere Frage:
WAS ÄNDERT SICH KONKRET – UND WAS SOLLTEN AUSLÄNDISCHE INVESTOREN ALS NÄCHSTES TUN?
Die Antwort lautet: Vietnam entwickelt sich von einer vorwiegend spezialisierten Frontier-Market-Anlagemöglichkeit zu einem Bestandteil des etablierten globalen Schwellenmarktuniversums.
Die Hochstufung beseitigt jedoch nicht die Notwendigkeit einer sorgfältigen rechtlichen, regulatorischen und investitionsbezogenen Analyse.
Tatsächlich könnte die nächste Phase eine noch intensivere Analyse erforderlich machen.
- VIETNAM IST TEIL EINES DEUTLICH GRÖSSEREN GLOBALEN INVESTITIONSUNIVERSUMS GEWORDEN
Die erste Konsequenz ist struktureller Natur.
Frontier Markets werden in der Regel von spezialisierten Fonds verfolgt, deren Allokationen vergleichsweise begrenzt sind.
Schwellenländer hingegen sind Teil eines weitaus größeren internationalen Investitionsökosystems, das globale Vermögensverwalter, Pensionsfonds, Staatsfonds, Versicherungen, ETFs sowie institutionelle Fonds umfasst, die sich an Schwellenmarktindizes orientieren.
Vietnamische Aktien können nun in die wichtigsten globalen Aktienindizes von FTSE aufgenommen werden.
FTSE hat bestätigt, dass Vietnam nun das 24. Land im FTSE Emerging Index und das 49. Land im FTSE All-World Index ist.
Dies erhöht die Sichtbarkeit Vietnams für internationale Portfoliomanager erheblich.
Für zahlreiche Investmentausschüsse kann Vietnam künftig zunehmend nicht mehr lediglich als
„eine spezialisierte Frontier-Market-Allokation“
sondern vielmehr als Bestandteil von
„Asien / ASEAN / Schwellenmärkten“
betrachtet werden.
Dieser Unterschied ist von enormer Bedeutung.
Er verändert den Kreis der Investoren, die Vietnam überhaupt in Betracht ziehen können, die Benchmarks, an denen Investitionen gemessen werden, sowie potenziell das Volumen institutionellen Kapitals, das vietnamesischen Unternehmen zur Verfügung steht.
- INTERNATIONALE KAPITALZUFLÜSSE DÜRFTEN ZUNEHMEN – ABER NICHT ÜBER NACHT
Es wird erwartet, dass die Hochstufung erhebliche zusätzliche internationale Portfolioinvestitionen auslösen wird.
Die Weltbank schätzt, dass die FTSE-Hochstufung in den ersten Jahren zusätzliche Portfoliozuflüsse in Höhe von etwa 3 bis 5 Milliarden US-Dollar generieren könnte. Sollten die Reformen fortgesetzt werden, könnten die Kapitalzuflüsse bis 2030 sogar deutlich höhere Niveaus erreichen.
Ausländische Investoren sollten jedoch einen wichtigen Punkt verstehen:
DER 21. SEPTEMBER 2026 WAR DER BEGINN DES PROZESSES – NICHT DESSEN ABSCHLUSS.
FTSE Russell führt vietnamesische Wertpapiere schrittweise in seine globalen Indizes ein.
Der Implementierungsplan sieht wie folgt aus:
- 21. September 2026: 10 %
- 22. März 2027: zusätzliche 20 %
- 21. Juni 2027: zusätzliche 35 %
- 20. September 2027: abschließende 35 %
Dies bedeutet, dass Vietnam von 10 % auf 30 %, anschließend auf 65 % und schließlich bis September 2027 auf 100 % Umsetzung ansteigt.
Dieser stufenweise Ansatz soll einen geordneten Übergang gewährleisten und insbesondere Liquiditäts- sowie Finanzierungsaspekte berücksichtigen, die mit der Nachbildung von Indizes verbunden sind.
Dieser Umstand ist für Investoren von entscheidender Bedeutung.
Die Hochstufung sollte daher nicht als einmaliges Marktereignis an einem bestimmten Tag betrachtet werden.
Vielmehr sollte sie verstanden werden als:
EINE ZWÖLFMONATIGE INTEGRATION VIETNAMS IN DAS GLOBALE SCHWELLENMARKT-INVESTITIONSSYSTEM.
- AUSLÄNDISCHE INSTITUTIONELLE INVESTOREN KÖNNEN DEN MARKT NUN EFFIZIENTER NUTZEN
Eines der bedeutendsten Hindernisse für internationale institutionelle Investoren in Vietnam war bislang die Vorfinanzierungspflicht (Prefunding Requirement).
Ausländische institutionelle Investoren mussten in der Praxis häufig die erforderlichen Geldmittel bereitstellen, bevor sie Wertpapierkäufe ausführen konnten.
Für große internationale Vermögensverwalter, die in zahlreichen Märkten tätig sind, führte dies zu Kapitalineffizienzen und zusätzlicher operativer Komplexität.
Vietnam hat dieses Problem durch die Einführung eines Non-Prefundung-Mechanismus für ausländische institutionelle Investoren sowie durch Regelungen zur Abwicklung gescheiterter Transaktionen (Failed Trades) weitgehend gelöst.
FTSE Russell hat diese Verbesserungen der Marktinfrastruktur ausdrücklich anerkannt, als die Eignung Vietnams für die Einstufung als Secondary Emerging Market bestätigt wurde.
Darüber hinaus hat Vietnam den Marktzugang über internationale Broker weiter erleichtert.
Diese Reformen sind deshalb bedeutsam, weil internationale Investoren nicht nur fragen:
„Ist Vietnam attraktiv?“
Sie müssen auch beurteilen:
„Können wir Investitionen innerhalb unserer globalen Systeme tatsächlich effizient eingehen, ausführen, abwickeln, verwahren und wieder veräußern?“
Vietnam hat die Antwort auf diese Frage wesentlich verbessert.
- PASSIVES KAPITAL IST NUR EIN TEIL DER GESCHICHTE
Ein Großteil der Aufmerksamkeit richtet sich naturgemäß auf indexnachbildende Fonds.
Sobald vietnamesische Wertpapiere in FTSE-Indizes aufgenommen werden, müssen Fonds, die diese Indizes replizieren, ihre Portfolios entsprechend anpassen.
Die möglicherweise größere langfristige Wirkung dürfte jedoch vom aktiv verwalteten institutionellen Kapital ausgehen.
Ein Fondsmanager für Schwellenländer, der bislang kein Mandat oder nur geringe Anreize hatte, Vietnam zu analysieren, hat nun einen deutlich stärkeren Grund, dies zu tun.
Dies bedeutet, dass vietnamesische Unternehmen zunehmend um Kapital im Wettbewerb mit Unternehmen aus etablierten Schwellenländern stehen.
Die Auswirkungen dürften weit über unmittelbare Kapitalzuflüsse hinausgehen.
Langfristig kann die erfolgreiche Integration in globale Schwellenmarktindizes zu Folgendem beitragen:
- einer höheren Marktliquidität;
- einer breiteren institutionellen Eigentümerbasis;
- einer stärkeren internationalen Analystenabdeckung;
- einer effizienteren Preisbildung;
- einer steigenden Nachfrage nach professionellen Investor-Relations-Strukturen;
- höheren Anforderungen an die Corporate Governance; sowie
- einem potenziell verbesserten Zugang hochwertiger vietnamesischer Emittenten zu Eigenkapitalfinanzierungen.
Dies könnte besonders wichtig werden, da Vietnam seine Abhängigkeit von der Bankenfinanzierung reduzieren und seine Kapitalmärkte vertiefen möchte.
Auch die vietnamesische Regierung betrachtet die Hochstufung als Chance, qualitativ hochwertiges und langfristig orientiertes internationales Kapital anzuziehen und gleichzeitig Liquidität, Marktinfrastruktur, Marktdisziplin und regulatorische Standards weiter zu verbessern.
- DIE FTSE-HOCHSTUFUNG BESEITIGT JEDOCH NICHT DIE BESCHRÄNKUNGEN FÜR AUSLÄNDISCHE INVESTITIONEN IN VIETNAM
Dies ist möglicherweise der wichtigste rechtliche Aspekt für internationale Investoren.
DIE FTSE-KLASSIFIZIERUNG IST NICHT GLEICHBEDEUTEND MIT DEM VIETNAMESISCHEN INVESTITIONSRECHT.
Die Hochstufung führt nicht automatisch zur Abschaffung von:
- Beschränkungen des ausländischen Eigentums;
- bedingten Marktzugangsvoraussetzungen;
- Beschränkungen in bestimmten Wirtschaftszweigen;
- unternehmensspezifischen Obergrenzen für ausländische Beteiligungen;
- Investitionsregistrierungspflichten;
- sektorspezifischen Genehmigungen;
- Anforderungen des Wertpapierrechts; oder
- sonstigen Beschränkungen für ausländische Investoren.
Ein Unternehmen kann daher aus Investitionssicht äußerst attraktiv sein und dennoch rechtliche Einschränkungen hinsichtlich Umfang oder Struktur einer Beteiligung ausländischer Investoren aufweisen.
Ausländische Investoren müssen daher weiterhin jedes Zielunternehmen, den jeweiligen Sektor und die konkrete Transaktion sorgfältig prüfen.
Dies gilt insbesondere dann, wenn das Zielunternehmen mehrere Geschäftsbereiche betreibt, die unterschiedlichen ausländischen Investitionsbedingungen unterliegen.
Die Botschaft ist daher eindeutig:
DER STATUS ALS SCHWELLENLAND ÖFFNET DIE TÜR. ER BESEITIGT NICHT ALLE REGULATORISCHEN SCHRANKEN DAHINTER.
- WAS SOLLTEN AUSLÄNDISCHE INVESTOREN JETZT TUN?
Hier wird die Hochstufung praktisch relevant.
Unserer Ansicht nach sollten internationale Investoren Vietnam nun nicht länger lediglich beobachten, sondern eine strukturierte Vietnam-Investitionsstrategie entwickeln.
Wir empfehlen sieben unmittelbare Prioritäten.
ERSTENS – DIE EIGENE VIETNAM-ALLOKATIONSSTRATEGIE FESTLEGEN
Investoren sollten entscheiden, ob Vietnam behandelt wird als:
- passive Indexexponierung;
- Bestandteil eines breiteren Schwellenmarktportfolios;
- eigenständige Vietnam-Allokation;
- ASEAN-Allokation; oder
- strategischer Markt für aktive Investitionen.
Jeder dieser Ansätze erfordert unterschiedliche Niveaus an Research, Infrastruktur und rechtlicher Vorbereitung.
Investoren sollten nicht einfach abwarten, bis Indexgewichtungen ihre Vietnam-Strategie faktisch vorgeben.
ZWEITENS – FESTSTELLEN, WELCHE VIETNAMESISCHEN UNTERNEHMEN TATSÄCHLICH INVESTIERBAR SIND
Die FTSE-Hochstufung bedeutet nicht, dass jedes in Vietnam börsennotierte Unternehmen automatisch für internationale Indexinvestitionen geeignet ist.
Potenzielle Zielunternehmen sollten anhand folgender Kriterien analysiert werden:
- FTSE-Zulassungskriterien;
- Liquidität;
- verfügbare Kapazitäten für ausländisches Eigentum;
- Corporate Governance;
- geschäftliche Fundamentaldaten;
- vietnamesische rechtliche Beschränkungen.
Dies ist besonders wichtig, da selbst attraktive börsennotierte Unternehmen nur über eine begrenzte verbleibende Quote für ausländische Beteiligungen verfügen oder Tätigkeiten ausüben können, die besonderen Marktzugangsbeschränkungen unterliegen.
Die richtige Frage lautet daher nicht lediglich:
„Welche vietnamesischen Aktien profitieren von der Hochstufung?“
Sondern:
„Welche hochwertigen vietnamesischen Unternehmen sind sowohl wirtschaftlich attraktiv als auch tatsächlich für internationales Kapital zugänglich?“
DRITTENS – DEN VERFÜGBAREN SPIELRAUM FÜR AUSLÄNDISCHES EIGENTUM VOR DEM POSITIONSAUFBAU PRÜFEN
Die verfügbaren Quoten für ausländische Beteiligungen dürften mit steigender internationaler Nachfrage zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Institutionelle Investoren, die größere Positionen aufbauen möchten, sollten frühzeitig prüfen:
- die gesetzlich zulässige Obergrenze für ausländische Eigentumsanteile;
- die unternehmensspezifische Obergrenze;
- die aktuelle Auslastung der ausländischen Eigentumsquote;
- sektorspezifische Einschränkungen;
- mögliche zusätzliche Beschränkungen aufgrund unterschiedlicher Geschäftstätigkeiten; sowie
- ob die gewünschte Beteiligungsquote tatsächlich aufgebaut werden kann.
Erst nach erfolgter interner Investitionsgenehmigung mit der Prüfung dieser Fragen zu beginnen, kann wertvolle Zeit kosten.
VIERTENS – DIE ERFORDERLICHE MARKTZUGANGS-INFRASTRUKTUR ETABLIEREN
Ausländische institutionelle Investoren sollten sicherstellen, dass ihre operative Infrastruktur für Vietnam funktionsfähig ist.
Hierzu gehören gegebenenfalls:
- Wertpapierkonten;
- Verwahrstellenvereinbarungen;
- Handelsvereinbarungen;
- Anbindungen an internationale und lokale Broker;
- Identifizierungs- und Registrierungsanforderungen für ausländische Investoren;
- Abwicklungsverfahren;
- Non-Prefundung-Vereinbarungen;
- Devisenabwicklung;
- steuerliche Dokumentation; sowie
- interne Compliance-Verfahren.
Die regulatorischen Reformen haben die Teilnahme erleichtert.
Investoren benötigen jedoch weiterhin die operative Infrastruktur, um diese Möglichkeiten tatsächlich nutzen zu können.
FÜNFTENS – DIE FTSE-STUFENWEISE UMSETZUNG 2026–2027 ALS STRATEGISCHEN ZEITPLAN NUTZEN
Die vierstufige Umsetzung bietet Investoren einen wesentlichen Vorteil:
Planbarkeit und Transparenz.
Anstatt den September 2026 als abgeschlossenes Ereignis zu betrachten, sollten Investoren jede Phase bis September 2027 sorgfältig beobachten.
Besondere Aufmerksamkeit sollte gelten:
- den Kapitalzuflüssen ausländischer Institutionen;
- Veränderungen der Marktliquidität;
- Indexaufnahmen und -streichungen;
- der Auslastung von Eigentumsquoten;
- Preiseffekten;
- der Effizienz der Abwicklung;
- regulatorischen Entwicklungen; und
- weiteren Reformen des Marktzugangs.
Die schrittweise Umsetzung ermöglicht aktiven Investoren, die Entwicklung des vietnamesischen Marktes im Zuge einer zunehmenden internationalen Beteiligung fortlaufend zu beurteilen.
- WAS SOLLTEN GROSSE STRATEGISCHE INVESTOREN ANDERS MACHEN?
Für multinationale Unternehmen, Staatsfonds, Private-Equity-Gesellschaften und große institutionelle Investoren sollte die FTSE-Hochstufung eine umfassendere Neubewertung Vietnams auslösen.
Vietnam sollte künftig zunehmend gleichzeitig unter drei Perspektiven betrachtet werden:
KAPITALMARKT
Welche börsennotierten Investitionsmöglichkeiten werden nun leichter zugänglich?
UNTERNEHMENSBETEILIGUNGEN / M&A
Welche vietnamesischen Unternehmen könnten mit zunehmender Entwicklung der Kapitalmärkte zu attraktiven strategischen Beteiligungs- oder Übernahmezielen werden?
DIREKTINVESTITIONEN
In welchen Bereichen können ausländische Investoren Portfolioinvestitionen mit Investitionen in Produktion, Infrastruktur, Technologie, Energie, Finanzdienstleistungen oder anderen langfristigen Projekten kombinieren?
Die grundlegende Attraktivität Vietnams geht weit über seinen Aktienmarkt hinaus.
Die Bedeutung der FTSE-Hochstufung liegt darin, dass die Finanzmarktarchitektur des Landes nun beginnt, seiner wirtschaftlichen Bedeutung gerecht zu werden.
- DIE CHANCE GEHT MIT HÖHEREN ERWARTUNGEN EINHER
Der Status als Schwellenland ist nicht lediglich eine Auszeichnung.
Er erhöht zugleich die Erwartungen.
Internationale Investoren werden zunehmend Folgendes erwarten:
- stärkere Corporate-Governance-Standards;
- verlässliche Finanzberichterstattung;
- einen wirksamen Schutz von Minderheitsaktionären;
- transparente Geschäfte mit nahestehenden Personen und Unternehmen;
- vorhersehbare regulatorische Rahmenbedingungen;
- effiziente Abwicklungsprozesse;
- verbesserte englischsprachige Unternehmenspublikationen;
- eine konsequentere Durchsetzung von Vorschriften; sowie
- eine stärkere Angleichung an internationale Marktstandards.
Vietnamesische Regulierungsbehörden und börsennotierte Unternehmen stehen daher vor einer neuen Herausforderung:
Internationales Kapital anzuziehen ist eine Leistung – dieses Kapital durch Vertrauen, Transparenz und nachhaltige Performance zu halten, ist eine andere.
Die Regierung hat ausdrücklich anerkannt, dass die Hochstufung die Erwartungen hinsichtlich Marktqualität und regulatorischer Leistungsfähigkeit erhöht.
- DER WEG NACH VORN FÜR AUSLÄNDISCHE INVESTOREN
Die praktische Botschaft für ausländische Investoren lässt sich daher klar zusammenfassen:
BETRACHTEN SIE DIE FTSE-HOCHSTUFUNG NICHT ALS DAS ENDE EINER ENTWICKLUNG.
BETRACHTEN SIE SIE ALS DEN BEGINN EINES NEUEN INVESTITIONSZYKLUS.
Von jetzt an bis September 2027 sollten internationale Investoren:
- ihre Vietnam-Strategie entwickeln;
- investierbare Unternehmen identifizieren, bevor der Wettbewerb um verfügbare Beteiligungskapazitäten für Ausländer zunimmt;
- die rechtlichen Grenzen verstehen, bevor Kapital gebunden wird;
- die notwendige Verwahr-, Broker-, Abwicklungs- und Deviseninfrastruktur schaffen;
- jede FTSE-Aufnahmestufe verfolgen, anstatt sich ausschließlich auf den 21. September 2026 zu konzentrieren;
- die nächste Generation von Marktzugangsreformen beobachten; und
- über passive Indexinvestitionen hinaus auch aktive Aktienanlagen, M&A-Transaktionen und strategische Investitionsmöglichkeiten prüfen.
Und vor allem:
DIE UNTERSCHEIDUNG ZWISCHEN MARKTZUGANG UND RECHTLICHER INVESTIERBARKEIT IST ENTSCHEIDEND.
Vietnam ist heute für globales institutionelles Kapital deutlich zugänglicher als noch vor wenigen Jahren.
Dennoch müssen anspruchsvolle Investoren weiterhin für jede einzelne Investition prüfen,
- was sie erwerben dürfen,
- auf welche Weise dies möglich ist,
- welche Genehmigungen erforderlich sind und
- wie die Investition rechtlich und steuerlich strukturiert werden sollte.
- VIETNAM HAT EINE NEUE ENTWICKLUNGSSTUFE ERREICHT
Viele Jahre lang betrachteten internationale Investoren Vietnam als einen der vielversprechendsten Frontier Markets Asiens.
Diese Beschreibung ist inzwischen überholt.
Vietnam ist nun ein FTSE Russell Secondary Emerging Market.
Sein Wertpapiermarkt wird in das globale Benchmark-System für Schwellenländer integriert.
Die Zugänglichkeit für internationale institutionelle Investoren hat sich erheblich verbessert.
Der Integrationsprozess wird schrittweise bis September 2027 fortgesetzt.
Die Weltbank geht davon aus, dass die Hochstufung im Zuge der weiteren Marktentwicklung zusätzliche Portfolioinvestitionen in Milliardenhöhe auslösen könnte.
Die vielleicht wichtigste Veränderung ist jedoch psychologischer und strategischer Natur.
Vietnam bittet internationale Investoren nicht länger darum, daran zu glauben, dass das Land eines Tages ein Schwellenmarkt werden könnte.
VIETNAM IST NUN EIN SCHWELLENLAND.
Damit hat sich auch die entscheidende Frage für ausländische Investoren verändert.
Sie lautet nicht mehr:
„SOLLTEN WIR VIETNAM NÄHER BEOBACHTEN?“
Sondern:
„WIE SIEHT UNSERE VIETNAM-INVESTITIONSSTRATEGIE JETZT AUS?“
Für internationale Investoren, die wirtschaftliche Chancen mit einer disziplinierten rechtlichen, regulatorischen und marktspezifischen Analyse verbinden, dürfte dies die wichtigste Konsequenz der Hochstufung sein.
Bitte zögern Sie nicht, Dr. Oliver Massmann unter [email protected] zu kontaktieren, wenn Sie Fragen haben oder weitere Informationen zu den vorstehenden Themen wünschen.
Dr. Oliver Massmann ist Generaldirektor der Duane Morris Vietnam LLC.
